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Leserbrief vom 16.09.2009 zum Schweinemastbetrieb
Zu Ihrer Berichterstattung vom 13.9.09 hier mein Leserbrief.

Die Bestürzung der Woffenbacher Bürgerinitiative, daß es nicht gelungen ist, einen Standort für die Schweinemastbetrieb weiter weg vom Wohngebiet entfernt zu realisieren, ist verständlich .

Ich bin überzeugt, daß die Bi, hätte sie gleich zu Beginn mit dem Landwirt zusammen gearbeitet, erfolgreicher gewesen wäre mit der Stadt einen guten Kompromiss auszuhandeln und die Sache wäre sicher längst gegessen.

Es muß allen Beteiligten von Anfang an klar gewesen sein, daß man einem Landwirt sein Baurecht nicht einfach wegnehmen kann. Das ist in unserem Rechtsstaat zum Glück nicht möglich. Es würde sonst der Willkür Tür und Tor öffnen und den Bürgerfrieden empfindlich stören, wenn nicht sogar aushebeln.

Wenn man Herrn Iberl dazu bewegen will, seinen Betrieb an den Waldrand zu verlegen, muß man selbstverständlich auch über die entstehenden Mehrkosten für die längeren Versorgungsleitungen reden. Diese Kosten können ebenso selbstverständlich nicht vom Bauherren getragen werden, verzichtet er doch freiwillig zu Gunsten anderer Interessen auf sein verbrieftes Baurecht.

Auch bei einem notwendigen Grundstückstausch sind die Möglichkeiten der Stadt einzubringen.

Daß es der Stadt nun nicht gelungen ist, zum Wohl aller Woffenbacher Bürger einen gangbaren und akzeptablen Weg zu finden, den Bauherren von diesen Mehrkosten zu entlasten, ist in höchstem Maß enttäuschend. Es zeigt uns, daß es den Verhandlungsführen der Stadt offensichtlich an Kreativität und Gestaltungswillen gefehlt haben muß.

Was konnte daran so schwer sein, alle Beteiligten an den Verhandlungstisch zu bringen? Ob das jetzt in den nächsten vier Wochen noch möglich ist, bleibt leider noch eine offene Frage. Zu viel Zeit hat man verstreichen lassen und es ist auch verständlich, daß die Geduld des Bauherren sehr strapaziert wurde.

Ich bedauere es sehr, daß auf seiten der Berichtautoren der Wille zu einem friedfertigen Umgang in der Sache nicht sehr groß zu sein scheint und mancher Sachverhalt falsch dargestellt wird.

1. Der Bausenat erteilt eine Baugenehmigung nicht, wie behauptet wird, weil der Bauherr mit Schadenersatz droht, sondern weil er ausdrücklich dazu verpflichtet ist, wenn keine baurechtlichen Einwände dagegen stehen. Das hat auch Rechtsdirektor Kohler in der Bausenatssitzung am 14.9.2009 unmißverständlich ausgeführt.

2. Daß man die Gutachter und Fachstellen als "sogenannte Berater" verunglimpft, zeugt allenfalls von ungehobeltem Wortschatz und unterstützt eine gütliche Einigung beileibe nicht.

3. Daß das komplette Leben von 2000 Woffenbachern in seiner Qualität auf dem Spiel stehe, ist eine unstatthafte Übertreibung. Was ist denn mit den Woffenbachern im alten Dorf, die schon seit ewigen Zeiten neben Schweineställen leben und keinerlei Schaden davongetragen haben?

4. Auf der einen Seite fürchtet man die Auswirkungen des riesigen Schweinemastbetriebs und dann sind es plötzlich beim Schadensersatz für den Landwirt " nur ein paar Schweine"!  Also was nun?

Und dann gipfelt die Stellungnahme vom 13.9.09 noch mit der Drohung, daß in Woffenbach bei Erteilung der Baugenehmigung an der beantragten Stelle der Teufel los und der Gemeindefrieden in Gefahr sei. Was bitte soll diese verbale Kraftmeierei? Man muß sich doch vielleicht selbstkritisch fragen, wer da den Gemeindefrieden aufs Spiel setzt?

Wir haben im Bausenat den Beschluß gefasst, daß die Stadt bis zur nächsten Sitzung noch einmal alles unternimmt, um mit Herrn Iberl einen guten Kompromiss für alle Woffenbacher auszuhandeln. Ich kann die Berichtverfasser nur inständig in ihrem eigenen Interesse bitten, zu einer sachlichen und fairen Sprache zurück zu kehren, damit der neue Verhandlungsanlauf der Stadt mit Herrn Iberl vielleicht doch noch für alle Woffenbacher ein gutes Ende nehmen kann.

Ursula Plankermann     
Woffenbach
Tyrolsbergerstrasse 18
 

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