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Klausur der CSU-Stadtratsfraktion
14.11.2011. Nach vier Stunden Klausur am Samstagvormittag blieben in der CSU-Faktion zweifellos mehr Fragen unbeantwortet als gelöst, so dass im neuen Jahr für Januar/Februar eine Zweitagesklausur geplant wird. Darüber war man sich schnell einig. Dort soll dann auch nach dem Rücktritt von Werner Thumann die endgültige Fraktionsführung geklärt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt werden Helmut Jawurek und Lissy Walter als gewählte Stellvertreter zusammen mit „gedienten“ Kollegen die Aufgaben schultern.

Helmut Jawurek als einer der stellvertretenden Fraktionsführer dankte Werner Thumann im Namen der Fraktion für seinen enormen Einsatz im letzten Wahlkampf, auch wenn das Ergebnis nicht befriedigen konnte. Er dankte aber auch für seine Arbeit als Fraktionsführer der CSU, wo er es verstanden hatte, wichtige Themen gut zu steuern, auch andere Sichtweisen mit Erfolg einzubringen und manchen politischen Irrweg zu verhindern wie beim unendlich diskutierten und nun vergessenen Riesen-Biomassekraftwerk oder dem Millionengrab Autotunnel am Unteren Tor. Werner Thumann dankte allen Mitgliedern der Fraktion, die ihn unterstützt hatten, insbesondere Lissy Walter für die Abklärung der vielen Termine, er mahnte aber auch an, dass die CSU ohne die Unterstützung und Geschlossenheit der gesamten Fraktion künftig nicht zum Erfolg kommen könne.

Die Aussprache zum Unteren Markt mit dem Investor Hans Bögl, der zum aktuellen Stand der Planungen am Unteren Tor berichtete, ging auf eventuelle Problempunkte im Hochbau und vor allem auf die Planungen der Verkehrserschließung ein. Er meinte mahnend, der positive Ausgang des Bürgerbegehrens zum Einkaufszentrum sollte nun auch umgehend in die Tat umgesetzt werden. Eigentlich haben wir schon wieder zu viel Zeit verloren.

Hans Bögl ließ keinen Zweifel daran, dass der Mieterbesatz im Handelsbereich problemlos funktionieren werde. Die Nachfrage gehe weit über 100 % hinaus und umfasse nahezu keine Mieter aus der „Krause“-Zeit. Er habe nicht nur große Namen im Programm, sondern auch eine Nachfrage von regionalen Mittelständlern, bleibe aber bei seiner Aussage, keine Abwerbung aus der Innenstadt zu betreiben. Für das geplante Ärztehaus mit 11 Praxen gebe es ebenso großes Interesse wie für die Wohnungen auf diesem Areal. Selbst beim Hotel sei eine gute Lösung in Sicht. Er widersprach außerdem klar der wiederholten Äußerung, das Haus ginge an einen ausländischen Eigner weiter. Er könne sich vielmehr auch Eigenbesitz, eventuell auch einen Bürger-Fond wie bei Windrädern vorstellen. Die CSU-Fraktion wünscht lediglich eine geringere Höhenentwicklung bei den sog. Punkthäusern in Richtung vorhandener Wohnbebauung und hofft darauf, dass eine attraktive, zukunftsfähige Architektur an dieser markanten Stelle entsteht.

Wesentlich mehr Unklarheiten bestehen bei der Verkehrsanbindung im Umfeld des Neuen Marktes. Während offensichtlich die von der Fraktion seit langem favorisierte Verbindung des Neuen Marktes mit dem Unteren Markt durch eine unterirdische Fußgängerpassage und eine oberirdische Ampellösung inzwischen gemeinsame Auffassung im Stadtrat ist, gibt es doch erhebliche Bedenken zum „Rückbau“ der Nürnberger Straße und zum Verzicht auf die Fußgängerunterführung in Richtung Landratsamt. Zum planerisch aufgezeigten Umbau der Woffenbacher Straße und der Florianstraße gibt es nach Meinung der CSU-Fraktion nicht nur viele Fragen, sondern vor allem noch keinen entsprechenden Beschluss im Stadtrat. Auch die Möglichkeit einer Umfahrung der Kreuzung Unteres Tor über den Schwarzachweg und die Karl-Oppel-Straße muss bereits in der Planung ausgeschlossen werden.

Ein weiterer Themenschwerpunkt waren Überlegungen zum Haushalt der Stadt. Kämmerer Josef Graf berichtete von den bisherigen Festlegungen für das Jahr 2012. Zwar könne er sich mit der Stadt wiederum über sehr hohe Einnahmen bei den Steuern freuen, jedoch seien Versprechungen, Erwartungen und Wünsche so hoch, dass man problemlos die gesamten Rücklagen und Einnahmen in einem einzigen Jahr per Ausgaben dagegen rechnen könne. Da sei es nicht immer leicht, die doch notwendige Mahnung zur Sparsamkeit anzubringen.

Josef Graf listete schließlich auf, was alles an Wünschen vorliege und was dann vielleicht im Jahr 2012 geleistet werden könne. Ganz offensichtlich hat die gute Finanzlage der Stadt auch manch kuriose Wünsche zu Tage gefördert. Der Kämmerer wies aber ernsthaft darauf hin, dass man eben nicht auf Dauer mit bleibend hohen oder gar weiter steigenden Einnahmen rechnen könne, vor allem sei zu bedenken, dass jeder großen Investition die entsprechenden Dauerbelastungen folgen. So müsste für 2012 bereits mit einer deutlichen Mehrung beim Personal der Stadt gerechnet werden. Auch sollten im Bereich der Energiewende entsprechend den erarbeiteten Programmen auch Aktivposten eingebracht werden, die natürlich mit Investitionen verbunden seien. Dabei bleibe es Aufgabe des Kämmerers, auch eine mögliche Abschwächung der Konjunktur oder eine Minderung der Steuereinnahmen im Blick zu behalten. Die Neumarkter Wirtschaft sei hervorragend positioniert und leiste eben immer wieder und immer noch einen guten Beitrag an die Stadt.

Doch auch die CSU-Fraktion wird die Reihe der Wünsche nicht kürzen können. Drei Anträge werden in diesen Tagen bei der Stadt eingehen. Da geht es wieder einmal um die eigentliche Selbstverständlichkeit, auch in Neumarkt das Angebot für Trauungen den Bedürfnissen der Zeit und den Wünschen der Brautpaare anzupassen, d.h. mehr Termine und eventuell zusätzliche Orte. Da geht es in einem weiteren Antrag um die Entwicklung des Stadtteilzentrums Pölling im Bereich der alten Schule und um die Nutzung des denkmalgeschützten Schreiberhauses an der Hauptstraße (B8), das sich im Besitz der Stadt befindet. Und da geht es zum dritten um die Vorbereitung einer Ganztagesbetreuung an der Grundschule Bräugasse, einschließlich Kinderhort und eventuell Kinderkrippe.




Die CSU-Fraktion beschäftigte sich mit den aktuellen Themen
25.10.2011. Ruth Dorner informierte als zuständige Referentin ausführlich über die geplante Klimaschutzinitiative der Stadt und die mögliche Förderung eines Masterplanes mit dem ehrgeizigen Ziel „100% „Klimaschutz“. Sie kann dabei mit der vollen Unterstützung der Fraktion rechnen. In der Diskussion wurde freilich schon auch der dringende Wunsch ausgesprochen, dass sich die Förderung nicht nur auf theoretische Diskussionen und die Produktion von Papieren auswirken möge, sondern pragmatisch gehandelt werden wird.

Dass es mit dem Kino an der Freystädter Straße nun endlich weitergeht, schreibt sich auch die CSU-Fraktion ein wenig auf ihre eigene Fahne. Wichtig ist ihr freilich, dass die dort angepeilten Ziele wie besprochen umgesetzt werden und der Bebauungsplan andere Nutzungen oder spätere Umwidmungen zuverlässig ausschließt. Stadtrat Markus Ochsenkühn merkte zu der restlichen Grundstücksfläche des alten Bauhofs an, dass sich die Festlegung auf Handwerk und produzierendes Gewerbe kaum halten lasse; denn die Kaufinteressenten weisen eigentlich eher auf Handel hin. Dies sei konkret beim Verkauf zu prüfen.

Über die Planungen zum Bebauungsplan „Im Kloster“ freute sich besonders Stadtrat Arnold Graf, hat er doch schon vor Jahrzehnten einen entsprechenden Antrag im Stadtrat eingebracht. Die Vorstellung, dass dort die Evangelische Pfarrgemeinde ihr Zentrum errichte, sei sehr erfreulich und biete sich geradezu an. Es bleibe die Hoffnung, dass die durchaus schwierigen Detail- und Finanzierungsfragen mit dem Landesamt für Denkmalschutz und der Städtebauförderung einer baldigen Lösung zugeführt werden können. Die CSU-Fraktion steht jedenfalls grundsätzlich hinter diesen Planungen.

Die Stadtratsklausur als umfassende Informationsveranstaltung zum Thema „Neuer Markt“ und zur dortigen Verkehrserschließung begrüßt die Fraktion ausdrücklich. Erst nach dieser aktuellen und umfassenden Information und hoffentlich auch offenen Diskussion zum Planungsstand kann in den Fraktionen eine gründliche Meinungsbildung betrieben werden. Punkt Eins muss dabei die Tiefbaumaßnahme Verkehrserschließung durch die Stadt sein, Punkt 2 natürlich die Hochbaumaßnahme des Investors Boegl. Zumindest in dem in der Vorlage formulierten Vorschlag „Verzicht auf den Straßentunnel“ und „Kombilösung Fußgängerpassage + Ampellösung“ als Querungsmöglichkeit der Dammstraße für die Fußgänger sieht sich die CSU-Fraktion bestätigt. Ansonsten wünscht sich die Fraktion eine offene Diskussion und eine schnelle Umsetzung.

Arnold Graf
Pressesprecher der CSU-Fraktion







Anfrage der CSU-Fraktion

Wie ist der Stand beim Biomasse-Heizkraftwerk?       
29.08.2011.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
in Ihrer neuen Wahlschrift berichten Sie an einer Stelle von „…baulichen Großprojekten, die sich derzeit in unterschiedlichen Stadien der Projektierung und der Durchführung sowie schon kurz vor der Vollendung befinden.“

In einem weitern Abschnitt gehen Sie ein auf „… die Verwirklichung des Ganzjahresbades und des Multiplexkinos - beide Projekte befinden sich bereits in der Umsetzung.“

Mit der gebotenen sprachlichen Zurückhaltung muss man hier festhalten, dass diese Aussagen von der Wahrheit und Realität weit entfernt sind.

Tatsache ist, dass es für keines der, in den letzten Jahren mit zahlreichen Planungsvarianten und Gutachten diskutierten, Großprojekte wie Biomasseheizkraftwerk, Verkehrslösung am Unteren Tor, Einkaufszentrum „Neuer Markt“, Ganzjahresbad, Leitungstrasse für die Trinkwasserversorgung, Multiplexkino und Umgestaltung der Altstadt und des Marktplatzes auch nur eine genehmigungsreife Planung gibt.

Wer hier von Umsetzung, Durchführung und Vollendung spricht täuscht die Öffentlichkeit ganz bewusst.

Nun aber ganz konkret zu einem der Großprojekte, dass man getrost als eines Ihrer Schlüsselprojekte der letzten vier Jahre bezeichnen darf – das geplante große Biomasse-Heizkraftwerk.

In unzähligen Sitzungen haben wir uns im Stadtrat, im  Bausenat und im Werksenat über Jahre mit diesem Kernprojekt Ihrer Nachhaltigkeitspolitik auseinandergesetzt – nun hört man in auffälliger Weise, seit der von Ihnen abgesagten Sondersitzung um Ostern herum, überhaupt nichts mehr zu diesem Thema.

Die CSU-Fraktion hat das Thema Biomasse-Heizkraftwerk stets kritisch-konstruktiv begleitet und vor eineinhalb Jahren einen Antrag als Fahrplan zum weiteren Vorgehen gestellt. Zur Erinnerung lege ich diesen Antrag nochmals bei.

Durch unsere Antragstellung konnte der anerkannte Hochschullehrer und Energieexperte Prof. Dr. Markus Brautsch im Sommer letzten Jahres eine Verbesserung des Kraftwerkes planen, welches zu einer Halbierung der Investitionskosten und des Brennstoffbedarfes geführt hätte. Alleine durch diesen Zwischenschritt hat die CSU-Fraktion der Stadt Neumarkt damals 20 Millionen Euro Investitionskosten gespart.

Dieser Lösung hat die CSU-Fraktion zugestimmt unter der Voraussetzung, dass Gespräche mit dem Unternehmen Pfleiderer geführt werden.

Denn die Nutzung der vorhandenen Abwärme des Pfleiderer-Kraftwerkes hat für die CSU-Fraktion aus ökologischen und ökonomischen Gründen Vorrang vor dem Bau eines teueren, neuen Kraftwerkes.

Außerdem wurde vereinbart, dass weitere Wärmekunden gefunden werden müssen, um die Wirtschaftlichkeit des geplanten städtischen Kraftwerkes zu verbessern um erst nach der Vorlage einer Liste der Wärmekunden über die Größe des Kraftwerkes zu entschieden.

Ende März diesen Jahres wurde im Werksenat eine weitere Studie vorgestellt mit mehreren Lösungsvarianten, in der klar wurde, dass an der Nutzung der Pfleiderer-Abwärme bei vernünftiger Betrachtung kein Weg vorbeiführt. Dieses Ergebnis stellte auch Prof. Dr. Brautsch so vor.

Mit etwas unklarer Begründung und dem Hinweis auf weitere Gespräche mit Pfleiderer sagten Sie dann die für den 12. April geplante Stadtratssondersitzung ab.

Nun hören wir seit fünf Monaten nichts mehr zu diesem Schlüsselprojekt Ihrer Energiewendeüberlegungen für Neumarkt. Kleinere, dezentrale Lösungen wurden seit Jahren durch das Warten auf das große Biomasseheizkraftwerk verhindert, große Wärmekunden wie der Landkreis mit Klinikum, Schulen und Landratsamt, die Neumarkter Lammsbräu, Burgi´s Kloßteig und das Kloster St. Josef warten seit über vier Jahren auf die in Aussicht gestellten Wärmelieferungen.

Deshalb nun wenige konkrete Fragen an Sie:

  1. Planen Sie weiterhin, wie im April noch von Ihnen geäußert, ein eigenes städtisches Kraftwerk und in welcher Größe, mit welchem Investitionsvolumen?
  1. Wurde die Wirtschaftlichkeit der Investition verbessert, durch die Gewinnung zahlreicher weiterer Wärmeabnehmer?
  1. Trifft es zu, dass mindestens ein bisheriger Hauptwärmekunde kein Interesse mehr an einer Belieferung hat?
  1. Bestehen überhaupt noch Vorverträge mit möglichen Wärmekunden?
  1. Können Sie gar kein städtisches Kraftwerk realisieren, weil es Ihnen auch am neuen geplanten Standort hinter der Straßenmeisterei nicht gelungen ist, das Grundstück für die Stadt Neumarkt zu sicher
  1. Müssen Sie alleine schon aus diesem Grunde auf die Nutzung der Pfleiderer-Abwärme einschwenken? Sind Sie in Ihrer Entscheidung hierbei noch frei?
  1. Welche Kosten für Planungen und Gutachten sind der Stadt Neumarkt nur in den letzten vier Jahren im Zusammenhang mit dem Biomasse-Heizkraftwerk entstanden?

Ich bitte Sie um Beantwortung dieser Anfrage der CSU-Fraktion in der näheren Zeit und erinnere Sie nochmals an unsere Anfrage zur kostenfreien Parkstunde in der Tiefgarage und den Parkhäusern vom 3. August auf der Basis unseres Antrages von vor einem Jahr.

Für die CSU-Stadtratsfraktion
Werner Thumann, Fraktionsvorsitzender






Verbesserung der Erreichbarkeit und Attraktivität der Neumarkter Altstadt;
Einrichten eines vollwertigen Parkleitsystems; Kostenloses Benutzen der Parkhäuser und Tiefgarage in der ersten Stunde; Anfrage der CSU-Fraktion
03.08.2011. Antrag der CSU-Stadtratsfraktion

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
mit großer Freude hat die CSU-Fraktion zur Kenntnis genommen, dass auch Sie sich nun vorstellen können, das Parken in den Parkhäusern und der Tiefgarage in der ersten Stunde wieder kostenfrei zu gestalten und ein vollwertiges Parkleitsystem zur Verbesserung der Erreichbarkeit der Neumarkter Altstadt zu installieren. Dies entnehmen wir zumindest der Berichterstattung in den Medien zu einer Wahlveranstaltung mit Ihnen.
Freilich haben Sie offenkundig vergessen zu erwähnen, dass es hierzu einen CSU-Antrag vom 18. September vergangenen Jahres gibt, der Ihnen seit dieser Zeit vorliegt.
Wir hoffen, dass sich diese erkennbare Linie nicht zu sehr fortsetzt, da ja die Initiativen, Impulse, Anträge und konstruktive Beiträge der CSU-Fraktion auch bei den Themen Trinkwasserversorgung, Ganzjahresbad und Lösung des Sportplatzproblems TSV Wolfstein unerwähnt bleiben oder nicht angemessen gewürdigt werden.
Wir sind gespannt, wie Sie zwei weitere Kernthemen der CSU-Fraktionsarbeit in den letzten drei Jahren, die Nutzung der Pfleiderer-Abwärme und das Eintreten für einen EDEKA- Lebensmittelmarkt in der Altstadt vor diesem Hintergrund in den nächsten Wochen darstellen werden und hoffen auf Ihre Fairness.

Für heute freuen wir uns jedoch nochmals über Ihre positive Haltung zu unserem Antrag von vergangenem Jahr, finden es ein wenig schade, dass die Bevölkerung so lange warten musste und bitten als Antragsteller um Auskunft, wann und in welcher Form unser Antrag nochmals behandelt und dann auch konkret umgesetzt wird.
Zur Erinnerung und Information legen wir den CSU-Antrag vom 18. September 2010 nochmals bei.

Für die CSU-Fraktion:
Werner Thumann, Fraktionsvorsitzender




 

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