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Stadtratsbeschluss zum Biomasseheizkraftwerk
25.07.2010. Den Beschluss der Mehrheit des Stadtrats, dass die Stadt Neumarkt in Zukunft im ohnedies belasteten Talkessel zusätzlich sehr viel Holz verbrennen wird, das halte ich für den falschen Weg. Die Rede ist von gut 20 000 Tonnen, ungetrocknetes Holz, jährlich. 24 Stunden täglich will man so Strom produzieren - dabei hat die Leipziger Börse jetzt  schon nachts oftmals Überschuss und bietet Strom zum Spottpreis an, zahlt sogar Geld für die Abnahme. Bei der geplanten Stromherstellung in Neumarkt wird zusätzlich und zwangläufig sehr viel Wärme produziert werden, die übrigens in der Nacht nur relativ wenig und im Sommer nur zu geringen Teilen gebraucht werden wird. Zusätzlich hat Pfleiderer jetzt schon bei seiner Verbrennung von Altholz erheblichen Wärmeüberschuss, der bislang nicht genutzt wurde (?) und nach Planung der Stadt auch zukünftig nur für die Hasenheide, also wenig verwendet werden soll. Mit jeder Tonne trocknem Holz, das zentral verbrannt werden wird, werden etwa 1,5 to klimaschädiches Kohlendioxyd produziert werden Das nicht unerhebliche, vielfältige Risiko bei dem jetzt beschlossenen und unnötigen Großprojekt tragen letztlich alle Neumarkter. Mit 17 Millionen Euro Baukosten wird es erfahrungsgemäß nicht getan sein. Am jetzigen Holzkraftwerk werden zu aller erst die (Um)Planer, die Erbauer und voraussichtlich die großen Wärmeabnehmer profitieren. Sehr vielen Neumarktern jedoch wird die Fernwärme erst gar nicht angeboten werden, weil sie fernab der geplanten Wärmeleitungen wohnen.

Die zahlreichen Alternativen anstelle eines mit Holz beheizten Kraftwerks,also Energie sparen und sie anders zu gewinnen als durch die Holz-Verbrennung, haben die Stadtwerke nicht eingehend genug untersucht.

Vom OB und dem Direktor der SWN sollte man eigentlich bessere, professionelle Arbeit und umfassendes Denken erwarten können.

Werner Christoph
92318 Neumarkt





Alternativen zum Heizkraftwerk (HKW)
FLitZ erinnert den Stadtrat  angesichts einer Investitionssumme für das HKW von 30 Millionen Euro „ an die Sorgfaltspflicht“. „ Beim jetzigen Wissenstand“ sieht FLitZ „dringlichen Handlungsbedarf“.

09.09.2009. „Unverantwortliche Versäumnisse bei den Befürwortern “ listen die beiden FLitZ-Stadträte in ihrem gestern bei der Stadt eingereichten Antrag  Nummer 40 auf und fordern im  Stadtrat „vor dem Bau eines Biomasse-Heizkraftwerks in Neumarkt endlich tunlichst und gewissenhaft Alternativen zu prüfen“.

„Das ist eigentlich Grundvoraussetzung, bevor man 30 Millionen Euro ausgibt“ sagt Stadtrat Hans Madeisky. Er moniert, „dass die Unterlagen für den Beschluss zum Bau des HKW keinesfalls fachmännisch waren“. „Fachleute schütteln nur den Kopf darüber“. „Viele unserer bisher gestellten Fragen, etwa nach den zu erwartenden Bezugspreisen für Fernwärme, wurden nicht beantwortet und in Werbeprospekten wurde die geplante Anlage, so etwa die Zufahrt und die Kaminhöhe regelrecht verniedlicht“. Als Experte zum Projekt wurde hauptsächlich dar jetzt beauftragte Generalplaner gehört.  „Angesichts der immensen Investitionssumme ist das“, nach Ansicht der FLitZ-Stadträte „völlig unzureichend“   „Eine in Neumarkt dringend  notwendige Gesamtplanung und ein Gesamtkonzept auf dem Energiesektor fehlt“ so FLitZ „nach wie vor  und die Tatsache, dass die im HKW zu erwartenden, erheblichen Wärmeverluste bis zu 63 Prozent gehen können,  wurde offensichtlich völlig außer acht gelassen“.

FLitZ-Stadtrat Johann Georg Glossner nannte es „unerlässlich“, vor dem Bau des 30 Millionen teuren HKWs effiziente Wege der Energieeinsparung zu prüfen und unabhängige Fachleute zu hören.. FLitZ fordert weiter den Einsatz von Windkraft und Solarenergie und man will den Bau von mehreren, über die Stadt verteilten Heizwerken gefördert wissen. Außerdem plädieren die FLitZ-Räte für Informationen über das Güssinger Modell und die Einrichtung  von gekoppelten „Mini-Heizkraftwerken auf breiter Basis“. „Beim jetzigen technischen Wissensstand dürfen wir nicht auf den Bau eines Biomasse-Heizkraftwerks  bestehen“, mahnt Madeisky .






Offener Brief an Entscheidungsträger und Interessenten


Kritische Anmerkungen zum geplanten Biomasse-Heizkraftwerk

03.09.2009. Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe mich in den letzten Jahren, besonders in den letzten Monaten,  viel  mit den Themen Energieeinsparung, Energieeffizienz und alternative Energieformen befasst und Ihnen wiederholt Anregungen und Informationen zukommen lassen.
In vielen Bereichen hat die Verwaltung und der Stadtrat Fahrt aufgenommen, sehr viel bleibt in Neumarkt jedoch noch zu tun.

Die Infofahrt nach Güssing, einer vorbildlichen Gemeinde in Österreich, hat gezeigt, dass in Neumarkt noch einmal dringend nachgedacht werden muss, bevor teure Fehltritte getan werden

Wir brauchen dazu ein Mehr an Informationen, von möglichst objektiven Fachleuten, die ich zu fragen bitte. Wir, die Stadträte, und die Verwaltung sind, so nehme ich an, ohne beleidigen zu wollen, beim jetzigen Wissenstand nicht kompetent genug, um ohne fachliche Hilfe über ein 30 Mio € teures Biomasse-HKW gewissenhaft entscheiden zu können.

Eine Mehrheit im Stadtrat und nur ein Vorbild (Pfaffenhofen)   reichen nicht als  Pro-Argumente. 

Bitte erlauben Sie mir, Ihnen einige Argumente vorzutragen, die mir bislang zum geplanten 30 Millionen € teuren HKW genannt wurden. Ich maße mir nicht an, zu sagen, dass sie in der Gänze richtig sind, hoffe aber, dass Sie bereit sind, eine wesentliche Forderung zu unterstützen, nämlich die Aussagen von Fachleuten  prüfen zu lassen:

  1. Die Kosten für Arbeitskräfte im geplanten HKW werden erheblich sein.
    „Jede Stelle muss, damit das HKW 24 Stunden und möglichst 365 Tage läuft, vierfach besetzt werden. Dafür ist das Werk zu klein ausgelegt“.
     
  1. Das Brennmaterial, u.a. Hackschnitzel, wird in großen Teilen sicher nicht am Werk zerkleinert, insofern muss, teils über lange Strecken „ wegen des lockeren Materials sehr viel Luft teuer transportiert werden“.
     
  2. Holz in der geplanten Form (Wipfel-Aste und Stämme gemischt) ist ein „problematischer Brennstoff“ („Wassergehalt, Brennwert sind wechselnd, Fehlscharchen. sind möglich“). In Güssing belässt man Ast- und Wipfelholz zwecks Humusbildung im Wald.
     
  3. In Bezug auf die Versorgung mit Brenngut wird die Konkurrenz und damit der Preis wachsen.

      5.  Es ist zu hinterfragen, ob eine gleichmäßige Abnahme von Dampf/Wärme
           gewährleistet ist? Der Wirkungsgrad der Neumarkter Anlage wird weit
           unter  den in Güssing erzielten 80 Prozent liegen

  1.  Im Falle die Abwärme nicht genutzt wird, ist bei einem stromgeführten Kraftwerk  mit erheblichen Wärmeverlusten zu rechnen. Professor Stefan Wittkopf (zuständig für Holzenergie an der FH für Wald- und Forstwirtschaft, Weihenstephan) nennt bis zu 63 Prozent. Es ist ein verlustreicher und nicht verantwortbarer Weg „Dampf über Dach abzuleiten“ sagen  Fach- und Kaufleute
     
  1. „ Für die meisten Entscheidungsträger in Neumarkt und für die Verwaltung ist ein   Biomasse – HKW Neuland und sie brauchen objektive, fachmännische, Beratung.“ „Ein einziges, mit der Generalplanung beauftragtes Ingenieurbüro reicht nicht.“

      „Alternativen zum HKW wurden nicht geprüft.“

     „ Biomasse-HKWs sind nicht neueste Technik“.     

8.    Eine übergeordnete, begleitende Baubetreuung wurde bislang nicht
       benannt.

9.    Der Standort des HKW im Landschaftsschutzgebiet  ist zu weit weg von den

       Verbrauchern, dadurch ergeben sich „verstärkte Wärmeverluste

    10.    Die Abnahme von Prozessdampf und Wärme wird eventuell nicht 
             kontinuierlich erfolgen. „So ist das Werk schwer zu steuern“

11    Alternativen: Konsequente Einsparung, Holzvergasung, mehrere kleine  Heizwerke, an unterschiedlichen Standorten wurden bislang nicht ausreichend, teils gar nicht untersucht

12.    „Dreißig Jahre wird die Stadt und die Kunden der Stadtwerke für das Werk
 Verantwortung tragen müssen.“

Zu bedenken ist außerdem, dass der Konkurrenzkampf auf dem Energiesektor zunimmt, den Stadtwerken- und deren Kunden-  kann und sollte finanziell gesehen, mit dem Bau des Werks nicht noch mehr aufgelastet werden.

Auf dem Gebiet der Energieversorgung gibt es Bereiche, die in Neumarkt bislang viel zu wenig betrieben wurden, etwa Wind- und Solarenergie.

Bei Pfleiderer sollte nachgefragt werden, ob dort Wärme abgegeben werden kann.

Das bestehende BHKW am Freibad ist bezüglich der Abwärme nicht ausgelastet.

Aus den genannten Gründen rate ich dringend, Alternativen zu prüfen und zu erörtern, bevor das geplante Werk gebaut wird.

Mit freundlichen Grüßen
Hans Madeisky

      

 



Offener Brief von Hans-Jürgen Madeisky an Herrn Dr. Franz Ehrnsperger

Geplantes Biomasse-Heizkraftwerk in Neumarkt

Sehr geehrter Herr Dr. Franz Ehrnsperger,
leider haben Sie es abgelehnt, öffentlich über das geplante Biomasse-Heizkraftwerk in Neumarkt zu diskutieren, sondern lediglich einen Gedankenaustausch im Internet angeregt. Das ist zu wenig, dies um so mehr, da ich Sie auch aufgrund Ihrer wiederholten Auftritte im Stadtrat und seinen Ausschüssen und durch die Tatsache, dass Sie Abnehmer von Prozesswärme sein werden, in hoher Weise für mit verantwortlich erachte, dass es zu einem Beschluss für ein 30-Millionen Euro teures Kraftwerk kam.

Zudem lehnte es der Stadtrat  ab, weitere Gutachten zu dem geplanten Projekt einzuholen.

Sie wissen  sehr wohl, dass mit dem im Landschaftsschutzgebiet geplanten, stromgeführten  Kraftwerk über den Weg der Abwärme ein hohes Maß an Energievergeudung praktiziert werden wird. Die Vergeudung bestätigen mehrere Professoren, unter ihnen  Stefan Wittkopf, Professor für Holzenergie an der Fachhochschule Weihenstephan

Unverständlich ist für viele Menschen,  warum der Staat per Gesetz diese Vergeudung mit dem Einsatz von Steuergeldern fördert.

Sie wissen weiter, dass durch die geplante Prozessdampfentnahme, u.a. für Ihre Firma, die beabsichtigte Stromproduktion des Werks entsprechend und zusätzlich gemindert werden wird.

Besonders wundert mich, dass Sie, der Sie in dem Ruf stehen, ökologisch bedachtsam zu wirken und dafür auch mit dem Umweltpreis geehrt wurden, dass Sie in Ihrem Betrieb Energie nutzen wollen, die nachweislich mit einem derart hohen Maß an Energievergeudung verbunden ist – Fachleute nennen bis zu 63 Prozent.

So werden Sie nach meiner Überzeugung dem Anspruch ganzheitlich gesehen ökologisch und nachhaltig zu wirtschaften nicht gerecht und laufen zudem Gefahr  das Image Ihrer Firma zu schädigen.

Ich bitte Sie zu bedenken, dass gerade Sie  hohes Ansehen genießen und dass Ihr Wort erhebliches Gewicht hat. Sie sollten daher umfassende Verantwortung übernehmen und Ihre Entscheidung für die in Neumarkt geplante „Energieschleuder“ zurücknehmen. Sie nutzen damit  Ihrer Firma und der Umwelt, also den Menschen insgesamt und Sie setzen  sich  nicht dem Vorwurf aus, eigennützig zu wirken.

Mit freundlichen Grüßen.
Hans-Jürgen Madeisky




 


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